Wörter, Begriffe & Sinnbilder

Feind hört mit

Der Slogan «Feind hört mit» war bereits im Ersten Weltkrieg im Umlauf und richtete sich zunächst vorwiegend an Soldaten. Eine humorvolle Anekdote aus dem Jahr 1918 zeigt den Spruch etwa auf einer Feldtoilettentür. Zeitgenössische Plakate stellten dabei karikaturhafte Darstellungen gegnerischer ...

Fremdvölker

Die NationalsozialistInnen verwendeten den Begriff «Fremdvölker», um Menschen zu beschreiben, die sie als «rassisch minderwertig» oder «artfremd» ansahen und verfolgten. Zu diesen Gruppen gehörten in erster Linie Juden, gefolgt von Sinti und Roma sowie slawischen Völkern wie Polen, Ukrainern, ...

Gutmensch

Der Begriff «Gutmensch» begegnet erstmals in der deutschsprachigen Feuilleton-Kultur der sogenannten «89‑Generation» als satirisch‑kritische Wortschöpfung in Anti‑68er‑Lexika, die gesellschaftspolitische Schlagwörter pointiert dekonstruierten. Der Begriff tauchte auch schon vorher gelegentlich ...

heim ins Reich

Die Parole  «Heim ins Reich» war ein zentraler Slogan nationalsozialistischer Volkstumspolitik. Sie propagierte die Rückkehr bzw. Eingliederung ethnischer Deutscher aus dem Ausland ins «Grossdeutsche Reich» – verbunden mit verschleiernder Propaganda und gross angelegten Bevölkerungsumsiedlungen.

Heimatschutz

Heimatschutz klingt nach liebevollem Erhalt von Landschaft und Kultur. Der Begriff ist jedoch nicht nur ästhetisch, sondern auch politisch geprägt – zwischen Baukulturpflege und nationalistisch gefärbter Heimatideologie.

Herrenrasse

Der Begriff «Herrenrasse» hat seinen Ursprung im Kontext der Rassenideologie des 19. und 20. Jahrhunderts. Insbesondere im Dritten Reich in Deutschland wurde dieser Begriff von den Nationalsozialisten verwendet, um ihre rassistische Ideologie zu rechtfertigen und zu propagieren.

Hottentotten

Der Begriff «Hottentotten» stammt von den niederländischen Buren im südlichen Afrika und bezog sich auf die Khoikhoi-Völker. Eine Theorie besagt, dass die Klicklaute der Khoisan-Sprache von den Buren als Gestammel wahrgenommen wurden, weshalb sie die Indigenen «Hottentots» nannten, was im ...

Indianer

Der Begriff «Indianer» ist eine Fremd- und Sammelbezeichnung für die indigenen Völker Amerikas und geht auf den Irrtum von Christoph Kolumbus zurück, der 1492 den amerikanischen Kontinent erreichte, aber fälschlicherweise glaubte, in Indien gelandet zu sein. Obwohl dieser Irrtum 1502 durch den ...

Kollateralschaden

«Kollateralschaden» klingt nüchtern-technisch, beschreibt aber meist menschliche Tragödien. Der Begriff stammt aus dem US-Militärjargon und bezeichnet unbeabsichtigte, aber in Kauf genommene Schäden bei militärischen Operationen – oft mit zivilen Opfern.

Kulturschaffende

Der Begriff «Kulturschaffende» birgt ein Paradox, da er ursprünglich aus dem nationalsozialistischen Kontext stammt, aber heute auch von Antifaschisten verwendet wird – auch als Selbstbezeichnung. Der Ursprung des Begriffs scheint vollständig vergessen worden zu sein.

Leitkultur

Der Begriff «Leitkultur» tauchte erstmals im öffentlichen Diskurs um das Jahr 2000 in Deutschland auf und wurde schnell zu einem vielzitierten Schlagwort in Debatten rund um Integration und nationale Identität. Seine Wurzeln liegen in der politischen Theorie: Der Politologe Bassam Tibi führte ...

massiv

Haben Sie unlängst einen Text gelesen, der in einer Parteizentrale verfasst wurde? Ziemlich sicher sind Sie dabei auf den Begriff «massiv» gestossen. Er ist in der Alltagssprache längst zur Floskel geworden: ein «massiver Anstieg», ein «massives Problem», «massive Kritik». Dabei hat das ...
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