Wörter, Begriffe & Sinnbilder
Der Begriff «Leitkultur» tauchte erstmals im öffentlichen Diskurs um das Jahr 2000 in Deutschland auf und wurde schnell zu einem vielzitierten Schlagwort in Debatten rund um Integration und nationale Identität. Seine Wurzeln liegen in der politischen Theorie: Der Politologe Bassam Tibi führte ...
Haben Sie unlängst einen Text gelesen, der in einer Parteizentrale verfasst wurde? Ziemlich sicher sind Sie dabei auf den Begriff «massiv» gestossen. Er ist in der Alltagssprache längst zur Floskel geworden: ein «massiver Anstieg», ein «massives Problem», «massive Kritik». Dabei hat das ...
Der Begriff «mauscheln» hat seinen Ursprung im Jiddischen und wurde im Deutschen übernommen. Er stammt von dem jiddischen Wort «mojschlen» ab, das «schwätzen» oder «flüstern» bedeutet. Es gibt allerdings auch einen anti-jüdischen Kontext.
«Meschugge» ist ein saloppes, aus dem Jiddischen stammendes Adjektiv, das «nicht bei Verstand» oder «verrückt» bedeutet. Das Wort wurde im 19. Jahrhundert ins Deutsche übernommen und ist heute umgangssprachlich verbreitet.
«Mongoloid» war früher ein medizinisch‑anthropologischer Fachbegriff, der sowohl rassistische Klassifikationen (wie «die mongoloide Rasse») als auch die Bezeichnung für Menschen mit Down‑Syndrom umfasste. Heute gilt der Begriff als diskriminierend und veraltet – keinesfalls mehr angemessen.
Der Begriff «Neger» stammt aus dem Lateinischen niger («schwarz») und gelangte über Spanisch, Portugiesisch und Französisch ins Deutsche. Schon im 18. Jahrhundert wurde er in Europa nicht nur zur Beschreibung einer Hautfarbe benutzt, sondern fest mit kolonialen Ausbeutungs- und ...
Der Begriff «Parteigenosse» entstand in den politischen Wirren des Vormärz, der Zeit vor der Revolution von 1848. In der Allgemeinen Zeitung, aus der Heinrich Heine aus Paris berichtete, sowie in Karl Marx’ Neue Rheinische Zeitung wurde der Begriff verwendet, um Mitglieder der ...
Der Begriff «QuerdenkerIn» stand einst für kreative, originell Denkende. Heute er ist eng verbunden mit der massenhaft unterwanderten Protestbewegung gegen Coronamassnahmen – inklusive Verschwörungserzählungen und politischen ExtremistInnen.
Der Begriff «ReichsbürgerIn» bezeichnet Personen, die die Bundesrepublik Deutschland als legitimen Staat ablehnen und stattdessen die Fortexistenz eines historischen „Deutschen Reichs“ behaupten. Sie verweigern oft die Geltung staatlicher Rechtsnormen und bedienen sich Verschwörungstheorien – ...
Die «Reichsflugscheibe» ist ein Begriff, der sich auf eine angebliche hochentwickelte fliegende Untertasse bezieht, die während des Zweiten Weltkriegs im nationalsozialistischen Deutschland entwickelt worden sein soll. Es handelt sich um eine Verschwörungstheorie oder eine Legende, die besagt, ...
Der Begriff «Remigration» bedeutet wörtlich «Rückwanderung» und stammt aus der Migrationsforschung. In neutralem, wissenschaftlichem Kontext beschreibt er den Vorgang, dass Menschen, die in ein anderes Land gezogen sind, wieder in ihr Herkunftsland zurückkehren. Dies kann in diesem Sinne ...
Der «Schrebergarten» gilt als Inbegriff der deutschen Kleingartenkultur – mit Gartenzwerg, Tomatenstauden und akkurat gestutzter Hecke. Doch der Begriff hat einen sozialreformerischen Ursprung und erzählt mehr über Gesellschaftsmodelle als über Gartennutzung.
Keine Beiträge gefunden.
