Karsumpel

«Karsumpel» steht für ein buntes Sammelsurium an ungewollten, wertlosen oder ungeordneten Dingen – etwa alter Karton, Klamottenberge oder Müllhaufen. Er taucht in der Schweizer Mundart auf und klingt urig, wird aber heute kaum noch im Alltag verwendet.

Das Wort «Karsumpel» (regional auch «Karsumpe» oder «Garsumpe», im Berndeutschen teils «Karsumpu») ist im Schweizerdeutschen belegt und bedeutet «Plunder, unordentlicher Haufen, schlechte Ware» sowie «Klamotten, persönliche Habe». Im «Schweizerischen Idiotikon» wird «Karsumpel» als «unordentlicher Haufen von Sachen, abstrakt» verzeichnet und als «vermutlich fremder Herkunft» bezeichnet.

Das Wort war besonders im Berner, Luzerner und Zentralschweizer Dialektraum verbreitet, ist heute aber veraltet oder nur noch selten in Gebrauch. Es tritt meist in einem humorvollen oder mundartlich kolorierten Zusammenhang auf.

Die genaue Herkunft des Wortes ist unklar. Eine überzeugende Etymologie fehlt bislang. Möglicherweise handelt es sich um eine lautmalerische oder scherzhafte Mundartbildung – eventuell ein Koffer- oder Mischwort. Das Idiotikon hält ausdrücklich fest, dass die Herkunft «vermutlich fremd» sei.

In früheren Jahren wurde «Karsumpel» vor allem regional verwendet, vornehmlich in den Dialekten der Deutschschweiz. So findet sich im Dialektwörterbuch Muotathal: «Haufen von wertlosem Zeug – dr ganz Karsumpul». Auch im Verzeichnis der Schweizer Armee-Soldatensprache erscheint «Karsumpel» als Bezeichnung für die «Gesamtheit des Materials, das ein Soldat zu Hause aufbewahren und zu jeder Dienstleistung wieder anschleppen muss».

Heute ist der Begriff kaum mehr Teil des aktiven Wortschatzes – viele verwenden stattdessen «Krempel», «Zeug», «Plunder» oder «Grümpel». Gleichwohl hat das Wort stilistischen Reiz: In einem lockeren, dialektalen Gespräch wirkt es bildhaft und charmant, vermittelt anschaulich den Haufen von Dingen, die niemand mehr braucht oder die unordentlich herumliegen. In formellen oder hochsprachlichen Texten hingegen erscheint es archaisch oder stark mundartlich geprägt und könnte dadurch an Verständlichkeit verlieren. In bewusst regionaler oder humorvoller Sprache kann «Karsumpel» jedoch gezielt eingesetzt werden – vorausgesetzt, das Publikum versteht die Mundartnuance.

Der Sprachaufklärer meint

«Karsumpel» kann im schriftlichen oder gesprochenen Schweizerdeutsch gezielt dann eingesetzt werden, wenn ein leicht humorvoller oder regional gefärbter Ton angeschlagen werden soll und eine Ansammlung wertloser Dinge beschrieben wird. In formellen hochsprachlichen Kontexten sollte auf allgemein verständlichere Begriffe ausgewichen werden. 

Der Duden rät

Der Begriff «Karsumpel» konnte nicht im Duden nachgewiesen werden.

17. März 2026

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