«Tschingderassabum» ist ein persönliches Highlight des Sprachaufklärers – ein wunderbar klingendes Wort, das zu überraschen vermag. Lassen Sie uns den Hintergrund erörtern.
«Tschingderassabum» ist eine Interjektion, ein lautmalerisches Wort (Onomatopoetikon), das den Klang des Schlagwerks – insbesondere von Trommeln und Becken – nachahmt. Es klingt selbst wie ein Rhythmus: tsching‑de‑ras‑sa‑bum, mit fünf Silben und markanter Betonung auf der letzten Silbe.
Die Wortherkunft ist ausdrücklich lautmalerisch. Es imitiert das Zusammenspiel von Becken und Trommeln – ein Geräusch, das eher körperlich erfasst wird und sich kaum begrifflich beschreiben lässt.
Ein verbreitetes Beispiel im Gebrauch: «An Karneval hört man in der Stadt überall Tschingderassabum und Humba Täterä.» Diese Wortfolge illustriert, wie das Wort stimmungsvoll eingesetzt wird – als ein Element des Festlärms und musikalischen Spektakels. Ein bekannter Gebrauch des Begriffs findet sich im Lied «Tschingderassabum» der kölschen Band Querbeat: «Uns Hätz schläht tsching, tsching, tsching, tsching – Tschingderassabum.»
In einer Recherche haben wir auch entdeckt, dass das Wort möglicherweise bereits im 19. Jahrhundert in Soldaten- und Marschliedern aufgetaucht sein soll. Belege fehlen uns zwar, passend wäre es alleweil: Es stünde dort nicht für einen Inhalt, sondern für das martialische Getöse einer Truppe mit Trommeln und Trompeten.
Gelegentlich taucht das Wort in sprachwissenschaftlichen oder witzigen Beiträgen und Foreneinträgen auf. In der heutigen Sprachpraxis bleibt «tschingderassabum» ein gelegentliches, lustvolles Sound‑Wort – besonders passend in Kontexten mit Fest‑ und Musik‑Beschreibungen. Es dient weniger der präzisen Kommunikation, vielmehr dem klanglichen Eindruck.
Es wäre aber verwegen, den Begriff als Teil des deutschen Grundwortschatzes zu bezeichnen.
Fun-Fact: Bei Scrabble soll der Begriff «Tschingderassabum» 26 Punkte erzielen. In einer normalen Partie ist ein so langes Wort jedoch praktisch nicht realisierbar, da maximal sieben Steine auf einmal gelegt werden dürfen. Ausserdem muss ein Wort offiziell auch im Scrabble-Wörterbuch zugelassen sein, was für «Tschingderassabum» eher fraglich ist.
Der Sprachaufklärer meint
Der Begriff ist freilich völlig harmlos. Verwenden Sie «Tschingderassabum» bitte nicht inflationär – es wäre schade um ihn. Er passt zum Beispiel dort, wo Sie Stimmung, Krach oder Rhythmus vermitteln möchten – etwa in Festberichten oder satirischen Beiträgen.
Der Duden rät
Der Duden führt «tschingderassabum» als Interjektion und «lautmalend für den Klang von Becken und Trommel», mit normgerechter Silbentrennung: tsching|de|ras|sa|bum.
Als verwandte Formen nennt der Duden die ebenfalls hübschen klangmalerischen Wörter «tschingderassassa» und «tschingbum». Hinsichtlich Sinn und Bedeutung sind alle Varianten «ghupft wie gsprungen».
