Wörter, Begriffe & Sinnbilder
Das nationalsozialistische Regime pflegte eine auffällige Vorliebe für den Begriff «Sturm». Eines der bekanntesten Hetzblätter trug den Titel «Der Stürmer», und auch militärische Entwicklungen wie das Sturmgeschütz spiegelten diese Wortwahl.
Die Nazis verwendeten den Begriff «System» als eine Kampfbezeichnung für das demokratische Gesellschaftsmodell, das sie abschaffen wollten. In einem Wahlaufruf der NSDAP vom 1. März 1932 wurde erklärt: «Der Führer unserer nationalsozialistischen Freiheitsbewegung (…) fordert heute im Namen ...
Das Wort «Thing» erlebte eine der ungewöhnlichsten und kurzlebigsten Phasen im Vokabular des Nationalsozialismus und zeigt anschaulich, wie verkrampft das Dritte Reich mit dem vermeintlich germanischen Erbe umging. Ursprünglich bedeutete es in verschiedenen germanischen Sprachen ...
Der Begriff «totaler Krieg» stammt aus dem Kontext des Zweiten Weltkriegs. Der Begriff wurde zwar erstmals von dem deutschen Militärstrategen General Erich Ludendorff während des Ersten Weltkriegs geprägt, jedoch erlangte er während des Zweiten Weltkriegs grössere Bekanntheit – auch weil ...
TriebtäterIn ist ein schillernder Medienbegriff, der oft reflexartig bei Berichten über Sexualdelikte verwendet wird. Juristisch ist er ungenau, psychologisch umstritten – und in der öffentlichen Wahrnehmung längst zum stigmatisierenden Schlagwort geworden.
Totalitäre Ideologien und Regimes bezeichnen vor allem vermeintliche oder tatsächliche Gegner oft als Ungeziefer, Parasiten oder Schädlinge. Diese Art der verbalen Diffamierung bereitete sowohl in den stalinistischen Säuberungsprozessen als auch in der nationalsozialistischen Judenverfolgung ...
Das nationalsozialistische Regime verwendete verschiedene Methoden, um Menschen zu töten und sie in den Vernichtungslagern zu ermorden. Die erste Methode war die Vergasung mit Kohlenstoffmonoxid in Gaskammern, die ab Januar 1940 eingesetzt wurde. Diese Gaskammern wurden für schwerbehinderte ...
Die «Weltanschauung» war einst das Ersatzwort für «Philosophie». Zwar hatten die Nationalsozialisten keine grundsätzliche Abneigung gegen Fremdwörter – schliesslich bestand sogar der Name ihrer Ideologie aus den Begriffen «national» und «Sozialismus»; beides Fremdwörter. Zu den häufig ...
Der Begriff «Weltkrieg» ist in unserem kollektiven Gedächtnis tief verankert. Meist steht er klar für die beiden grossen Kriege des 20. Jahrhunderts, 1914–1918 und 1939–1945. Doch Sprache ist nie neutral – und gerade bei historisch belasteten Begriffen wie dem «Weltkrieg» lohnt sich ein ...
Die Bezeichnung «WinkeladvokatIn» existiert seit dem 19. Jahrhundert und wird abschätzig für eineN unseriöseN RechtsanwältIn verwendet, der/die sich mit Tricks und Täuschungen für ihre KlientInnen einsetzt. Im Nationalsozialismus wurden auch jüdische AnwältInnen als «WinkeladvokatInnen» ...
Bei ihrer Ankunft im byzantinischen Reich und auf dem Balkan erhielten die Roma und Romnja den Namen «Zigeuner», eine Fremdbezeichnung, die auf das griechische Wort «Atsinganoi» zurückgeht, das eine Sekte im Byzantinischen Reich bezeichnete. Die meisten Roma betrachten den Begriff «Zigeuner» ...
Der Ausdruck «Zucht und Ordnung» hat seine Wurzeln in religiöser und vormoderner Erziehungssprache. Unter dem NS-Regime erfährt insbesondere «Zucht» neue Dimensionen – als sozial getriebener Begriff zur «Entwicklung des Herrenmenschen». Heute wird er meist kritisch oder ironisch gebraucht. ...
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